Blogpost

Ersetzt No-Code das Programmieren?

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Klick, klick, klack… fertig ist die App. Ok, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Aber Fakt ist: Heutzutage lassen sich Webseiten, Apps und andere Software-Anwendungen durchaus ohne das Schreiben von Quellcode (also Programmierung im eigentlichen Sinn) entwickeln.

No-Code heißt dieser Trend, der seit einiger Zeit für Furore in der IT-Branche sorgt. Macht es also Sinn, komplett auf Code zu verzichten? Und worin liegen die Unterschiede zur individuellen Programmierung. Mit diesem Blogpost möchten wir diesen beiden Fragen auf den Grund gehen.

Von der Stange vs. Maßanzug

No-Code-Plattformen funktionieren nach dem Drag-and-Drop-Prinzip: Man wählt über eine visuelle Benutzeroberfläche vorgefertigte Einheitsgrößen aus (z. B. Buttons, Formulare, Templates etc.) und fügt diese zu einer Applikation zusammen. Das spart natürlich Zeit und Geld – und ist die ideale Lösung, wenn es um die Erstellung von simplen Anwendungen – wie zum Beispiel die Umwandung von Excel-Tabellen in interaktive Apps – oder Prototypen geht.

Die Kehrseite der Medaille: Aufgrund der vorgefertigten Komponenten bietet dieser Ansatz nur sehr begrenzte Anpassungsmöglichkeiten. Was nicht passt, wird also nicht passend gemacht, sondern schlicht akzeptiert.

Bei einer individuellen Entwicklung wird die Programmierung hingegen manuell von professionellen Entwicklern vorgenommen. Hier wird nicht nach einem möglichst akzeptablen Kompromiss gesucht, sondern von Anfang an die Ideallösung angestrebt. Das ist zwar kosten- und zeitintensiver, dafür ist das Endergebnis ein maßgeschneidertes digitales Produkt, dass alle gestellten Anforderungen erfüllt und selbst komplexe Funktionalitäten ermöglicht. Zudem kann während des Entwicklungsprozesses spontan auf veränderte Rahmenbedingungen oder neue Erkenntnisse reagiert werden, indem die Entwickler die Software entsprechend anpassen.

Integration und Migration

Für den langfristig erfolgreichen Einsatz einer Software ist die Kompatibilität mit Drittsystemen ein entscheidenden Faktor. No-Code-Plattformen bieten zum Beispiel für die Integration von Apps vorgefertigte Komponenten. Dadurch lassen sich bereits vorhandene Plugins schnell einbinden und die Funktionalität der Anwendung erweitern. Die Integration bzw. Migration von neuen Systemen kann hierdurch allerdings erschwert werden.

Bei der individuellen Entwicklung können die in Betracht kommenden Komponenten hingegen exakt definiert werden, um potentielle Integrationsprobleme von Anfang an zu vermeiden. Dieser benutzerdefinierte Ansatz passt sich also voll und ganz den Anforderungen und dem System-Setup des Unternehmens an, das die Anwendung möglichst flexibel nutzen möchte.

Generalisten vs. Spezialisten

Durch die übersichtliche und intuitive Struktur der meisten No-Code-Plattformen sind auch Anwender bzw. Mitarbeiter ohne tiefere IT-Kenntnisse in der Lage, eine simple Website oder einfache App zu erstellen. Für diese Zielgruppe wird häufig der Begriff Citizen Developer verwendet.

Bei einer Individuellen Programmierung entwickelt und konfiguriert ein Team aus Spezialisten die Anwendung von Grund auf neu. Hierbei werden bewährte Entwicklungspraktiken verwendet, die jede Menge kreativen Spielraum zulassen und gleichzeitig eine hohe Funktionalität und Zuverlässigkeit sicherstellen.

Fazit

Kommen wir also zu unserer Eingangsfrage zurück: Kann No-Code die individuelle Programmierung ersetzen? Pauschal muss die Antwort hier „nein“ lauten. Denn für Software-Lösungen, die auch komplexe Aufgaben bewältigen, und passgenau auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt sein sollen, führt weiterhin kein Weg an Code (in welchem Umfang auch immer) vorbei.

Im Bereich von einfachen, wiederkehrenden Aufgaben eröffnet No-Code aber gerade für ambitionierte Einsteiger völlig neue Möglichkeiten, sich selbst mit der Entwicklung von Software auseinanderzusetzen und hier eigenständig Lösungen zu gestalten.

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